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10 November 2025Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr geht „WeFairPlay im Theater“ in die zweite Runde: Die Initiative des GS Excelsior nutzt die Sprache des Theaters, um wahre Geschichten über Sport und menschliche Werte zu erzählen. Am Montag, den 15. Dezember um 19 Uhr zeigt das Theater des Kulturzentrums Lovera in der Europaallee 3 in Bozen das Stück „Marianella Garcia Villas, soltanto per amore” (Marianella Garcia Villas, nur aus Liebe) der Bozner Theatergruppe ControTempo Teatro.
Die Inszenierung verknüpft das Fußball-WM-Spiel von 1982 zwischen El Salvador und Ungarn, das mit 10:1 endete, mit der Lebensgeschichte von Marianella García Villas, der „Anwältin der Armen“, die mutig die Verbrechen des Militärregimes in El Salvador anprangerte. Zugleich wird die Figur des Erzbischofs Oscar Romero beleuchtet, der 1980 während der Messe ermordet wurde, weil er sich gegen die Unterdrückung durch die Regierung aussprach. Das Stück stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich für den gewaltlosen Widerstand entschieden haben, und zeigt, wie Fußball zum Spiegel eines Landes werden kann, das von Konflikten, Gewalt und dem Wunsch nach Gerechtigkeit geprägt ist. Der Eintritt ist frei.
„Marianella und Romero innerhalb eines Fußballspiels zu erzählen, bedeutet zu zeigen, dass Sport nie nur ein Spiel ist, sondern auch für Bewusstsein,Verantwortung und Unterstützung der Schwächeren stehen kann.“, so Flora Sarrubbo und Lucas Joaquin Da Tos Villalba von ControTempo Teatro. „Die Zusammenarbeit mit WeFairPlay liegt nahe, denn das Projekt ermöglicht es uns, diese Geschichten den Menschen näherzubringen, die jeden Tag Sport treiben und leben. So können wir die Bühne in einen Ort des Fairplays, des Zuhörens und der gemeinsamen Erinnerung verwandeln.”
Besonderes Augenmerk auf die Schulen
Am Vormittag des 15. Dezember wird die Vorstellung exklusiv für die Bozner Oberschulen angeboten. Damit bestätigt das Projekt WEFAIRPLAY einmal mehr sein starkes Engagement für die Welt der Jugendlichen. „Die Sichtweise von Schülerinnen und Schülern zu wichtigen ethischen Fragestellungen kennenzulernen, ist für uns von großer Bedeutung, weil wir fest an den Wert des Dialogs zwischen den Generationen glauben“, erklärt Valter Vezzù, Präsident des GS Excelsior.
Das Stück
In “Marianella Garcia Villas, soltanto per amore”, führen Klänge, Bilder und eingespielte Stimmen das Publikum durch eine doppelte Erzählung: Einerseits die Nationalmannschaft El Salvadors bei der WM 1982, die eine historische 10:1-Niederlage gegen Ungarn erlitt; andererseits die Geschichte Marianellas, Präsidentin der Menschenrechtskommission, die die Gewalt der Diktatur dokumentierte und den Opfern wieder ein Gesicht und einen Namen gab. Das Spiel wird so zum roten Faden, um von einem Land im Krieg zu erzählen, in dem der Volkssport Fußball mit sozialen und politischen Spannungen verwoben ist. Die Stimmen von Marianella und Óscar Romero vermitteln zusammen mit den Bildern jener Zeit die Friedensbotschaft all jener, die sich dafür entschieden haben, ohne Waffen Widerstand zu leisten - getragen von der Kraft des Wortes, des Dialogs und ihrer Erfahrungsberichte. Das Stück spielt vor dem Hintergrund der Zeit der Befreiungstheologie, die Bauernbewegungen und religiöse Basisgemeinden durchzog und die Kämpfe für Emanzipation, Gleichheit und Freiheit in Lateinamerika befeuerte.
Vierzig Jahre nach der Ermordung von Marianella García Villas und dreiundvierzig Jahre nach der Ermordung von Óscar Romero präsentiert das ControTempo Teatro eine Inszenierung, die das Leben und Wirken der beiden nachzeichnet. Die Dramaturgie basiert auf ihnen gewidmeten Texten – darunter solche von Raniero La Valle, Anselmo Palini und Francesco Comina – sowie auf historischen Dokumenten wie Zeitungsartikeln, Filmen, Reportagen und Interviews, die von den dunklen Jahren der Diktatur in El Salvador erzählen.
Flora Sarrubbo
Nach ihrem Abschluss an der Scuola Civica d’Arte Drammatica „Paolo Grassi” in Mailand arbeitet sie seit 1991 als Schauspielerin, Regisseurin und Dramatikerin. Sie kooperiert mit dem Teatro Stabile in Bozen, verschiedenen Theater- und Musikinstitutionen sowie mit Radio Rai Bozen und Radio NBC. Sie kuratierte und interpretierte zahlreiche Projekte in den Bereichen Prosa, Erzählkunst und Kabarett, unterrichtete Theater in Kursen für Jugendliche und ist Präsidentin der Genossenschaft ControTempo Teatro.
Lucas Joaquín Da Tos Villalba
Er wurde 1993 in Esperanza (Argentinien) geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Theatertechniker und Schauspieler an der Accademia Teatrale Veneta in Venedig, wo er sich auf Masken- und Erzähltheater spezialisierte. Seit 2016 arbeitet er mit dem Teatro Stabile in Bozen zusammen, seit 2019 auch mit dem Teatro Cristallo, als Schauspieltrainer und Theaterpädagoge. Zudem ist er Mitbegründer der Theatergruppe ControTempo Teatro.
WeFairPlay und das Theaterprojekt
Die Aufführung am 15. Dezember ist Teil des Projekts WeFairPlay. Dieses fördert in Südtirol eine Sportkultur, die auf Fairness, Inklusion und sozialer Verantwortung basiert. Dies geschieht durch Preise, Initiativen mit Schulen und öffentliche Sensibilisierungsveranstaltung




